Späte Besprechungen: Pulp – A different class

Ich weiß, die Platte ist 15 Jahre alt und wahrscheinlich kennt sie auch jeder, aber trotzdem: Das ist ein echter, absoluter Klassiker. Falls Ihr sie im Schrank stehen habt, geht los und legt sie ein, das ist kurz vor Offenbarung. Ehrlich!

 

Aus der zeitlichen Distanz fallen mir beim Hören allerdings verschiedene Dinge auf. Erstens: Das ist so ein seltener Glücksfall von Platte, die im Laufe der Zeit schlichtweg immer besser wird. Zweitens: Heute sind es gar nicht unbedingt die Singles „Common People“ oder „Disco 2000“, die im Ohr hängen bleiben (obwohl beide großartig sind), sondern eher die Mid-Tempo Nummern wie „Pencil Skirt“, „I Spy“, „Live Bed Show“ oder „Something changed“.

 

Und gerade diese Stücke haben nicht wirklich viel mit dem zu tun, was in den 90ern unter Britpop gehandelt wurde. Natürlich ist das alles unglaublich englisch, aber es ist wesentlich weniger Beatles-lastig als z.B. das, was Oasis so über die Jahre zusammengeschustert haben. Die Atmosphäre, die die Songs verbreiten, hat eher so was von dem Soundtrack zu einem Film aus den 60ern, den man in seiner Kindheit oft gesehen hat (mir fällt leider kein englischer Film ein, auf den das zutreffen könnte. Wenn jemand eine Idee hat, immer her damit). Die Songs haben so einen nostalgischen Touch und wirken wie Fundstücke einer längst vergangenen Ära, die noch den Glanz dieser Zeit verbreiten können – auch wenn er unwiederbringlich verloren ist. Ganz großes Kino (um bei der Soundtrack Assoziation zu bleiben).

Also, durchwühlt Eure IPods, staubt den CD-Player ab, geht zu Hagen Eitjunsstor und ladet das gute Stück runter, mir völlig egal, aber diese Platte verdient es, in Erinnerung zu bleiben.

Pulp-class
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