Watchmen again

Nach ungefähr einem Jahr drüber nachdenken (und ca. 200 Stunden Wikipedia-Lektüre), hab ich verstanden, was mir an dem Watchmen-Film nicht gefallen hat. Und zwar, dass es Zack Snyder nicht gelingt, den Punkt, der den Comic so großartig macht, in der Verfilmung umzsetzen und damit – nebenbei bemerkt – gegen Gaiman’s Law of Superhero Movies verstößt. Neil Gaiman geht davon aus, dass Comic Verfilmungen (wahrscheinlich gilt es aber für alle Verfilmungen, die auf Vorlagen basieren) umso besser sind, je mehr sie das treffen, was die Leute am Original mögen (kann man hier nachlesen: http://journal.neilgaiman.com/2008/05/not-really-about-anything.html). Das schöne an dieser Idee ist, dass sie deutlich macht, dass es eben kein allgemeines Gesetz gibt, was eine Verfilmung ge- oder misslingen lässt, sondern dass es auf den Original-Stoff und das, was die Leute daran mögen, ankommt. Peter Jackson hat das bei Herr der Ringe ganz gut hingekriegt, weil er die Reichhaltigkeit von Mittelerde eingefangen hat (und eben nicht gesagt hat: „Ach der ganze Kram, der in dem Buch steht, interessiert doch keine Sau, ist doch viel zu kompliziert“).
Na jedenfalls hab ich auf Wikipedia – wo sonst – diesen Satz von Dave Gibbons (dem Original-Zeichner von Watchmen) gelesen, der da lautet:

„[a]s it progressed, /Watchmen/ became much more about the telling than the tale itself. […] So really the plot itself is of no great consequence … it just really isn’t the most interesting thing about /Watchmen/.“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Watchmen#Art_and_composition).

Alan Moore hat Watchmen mal als Comic about comics und an anderer Stelle als „Meditation upon power“ bezeichnet. Es geht also weniger darum, was Rorsach oder Doc Manhattan tun oder was da genau passiert, sondern darum, einen Kommentar über das Genre Superhelden-Comic abzugeben – der Punkt an Watchmen ist also nicht in der Geschichte zu suchen, sondern ist eine Art Meta-Text, der einem verdeutlicht, wie Superheldencomics und ihre Charaktere funktionieren und das findet zu großen Teilen auch nicht in der Handlung selber statt, sondern auch in den angehängten Text-Parts.
Und das verpasst Zack Snyder leider völlig. Er geht dem Genre eigentlich sogar auf den Leim, indem er den Figuren doch so etwas wie Superkräfte gibt (im Comic hat nur Doc Manhattan Superkräfte, alle anderen sind Normalsterbliche). Letzten Endes geht er damit aber eben an genau dem Punkt vorbei, der das Original so großartig macht – was, wie eingangs erwähnt, gegen das Gaimansche Law of Superhero Movies verstößt.

So, jetzt kann ich endlich über was anderes nachdenken – wahrscheinlich lande ich dann wieder bei Lady Gaga. Ob das besser ist?

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